Neuruppin (Brandenburg)

Der Juni ist gestartet....

1. Juni 2014....als ich aufgestanden war, war der Himmel blau-weiß....zwischendurch habe ich nur Wolken gesehen....und eine halbe Stunde vor dem Treffpunkt mit einer meiner Freundinnen ist der Himmel durchwachsen.

Schon gegen 8 Uhr früh habe ich mit meiner Freundin telefoniert und sie darüber informiert, dass heute ja die große Fahrrad-Sternfahrt stattfindet und nahezu alle Straßen zu unserem Fahrtziel gesperrt sein werden.

Fahren wir trotzdem zum Hubertussee in Frohnau? Ja 🙂

10 Uhr und ich gehe vor die Tür....meine Freundin ist schon da. Ich packe meinen Rucksack ins Auto und setze mich hinein. Wir sind beide bereit und fahren los.
Um die große Fahrrad-Sternfahrt zu umgehen, fahren wir am Kurt-Schumacher-Platz auf die Autobahn....tja....und dann....ich sage: "Auf nach Hamburg!" Ich meinte natürlich die Richtung....sie: "Ganz so weit muss es nicht sein" und ich: "Dann die Hälfte der Strecke?" - "Weißt doch, ich bin für alle Schandtaten bereit!" und ich dann spontan: "Was hälste von Neuruppin?" - "Ja, kein Problem" - "Wie sieht die Tankfüllung aus? Schaffen wir das?" - "Ne, müssen wir erst tanken" - "Ja, dann fahren wir mal Holzhauser wieder runter von der Autobahn!" Gesagt, getan!

Während sie den Tank befüllt und in die Scheibenwischanlage etwas Wasser nachfüllt, zücke ich mein Ipad und suche die Strecke nach Neuruppin raus.

Nu hat sich innerhalb von wenigen Minuten unser Fahrtziel geändert...wir: "Wir sind verrückt!" und lachen laut im Auto 😉

Weiter geht's....auf die Autobahn und dann möglichst lange drauf bleiben. Auf dem Ipad hab ich schon gesehen, dass da auf der Strecke Baustellen sein werden.....dauert auch nicht allzu lange und wir sind in der ersten drin....die lassen wir schnell hinter uns, aber die nächste lässt einen kleinen Stau entstehen. Wir treffen die Entscheidung: "Runter!"
Auf den Bundes-/Landstraßen geht es über Kremmen nach Neuruppin....gemächlich und stressfrei.

Wir sehen die Felder....Gerste ist hier angebaut....an den Rändern blühen Korn- und Mohnblumen....ich: "Wenn Du ne Möglichkeit siehst, halte doch bitte an, ich möchte die Blumen fotografieren"...keine Minute dauert es und sie bremst....wir waren im Grunde alleine auf der Straße, daher ging das auch. Ich holte die Kamera aus dem Rucksack raus und ging ins Feld (Sorry an den Bauern!).
Zunächst habe ich ein-zwei Minuten gestanden, mich nicht bewegt, aber umgeschaut....kurz überlegt, was ich wie fotografieren will und losgelegt.
Faszinierend war es, die Bewegung der Gerstenhalme im Wind zu beobachten....verschiedene Insekten waren zu sehen....ein Grashüpfer hatte es sich in einer Mohnblüte gemütlich gemacht....ja, meine Freundin und ich haben diesen Moment wirklich sehr genossen.

Von dem Feld war es nicht mehr weit und wir erreichten Neuruppin. Nach anfänglichen Orientierungsproblemen, kamen wir doch an der Seepromenade an.

Ein toller Blick über den Ruppiner See begrüßte uns....Begeisterung darüber und Dankbarkeit für diese spontane Planänderung machte sich breit.
Mit dieser Spontanität machten wir auch gleich weiter....die "Kronprinz-Friedrich" hatte gerade angelegt...etliche Leute standen bereits am Anleger. Wir gingen zunächst daran vorbei, denn ich wollte die riesige Skulptur, die gleich daneben steht, fotografieren.
Die Skulptur stellt übrigens Parzival dar (es ist eine Edelstahlskulptur von Matthias Zágon Hohl-Stein am Neuruppiner Bollwerk)....sehr imposant!
Wir sahen dann den Fahrplan des Fahrgastschiffes....nächste Abfahrt 12.30 Uhr....es war 12.10 Uhr! Ja, wir sind aufs Schiff 😉

Wir bekamen einen Platz am Fenster....leider öffnete der Kapitän auch später nicht das Verdeck. Fotos waren dadurch nur bedingt möglich....
Die Fahrt hat trotzdem seinen Reiz gehabt....eine Stunde Fahrt, das war ok....die Tour ging über den Ruppiner See....der Kapitän erzählte etwas zu dem, was wir passierten und die Bedienung war auch sehr freundlich.
Wir nutzten die Fahrt für unser Mittagessen....Würstchen mit Kartoffelsalat 🙂
Die Stunde war schnell rum...

Gesättigt und ausgeruht gingen wir zur Klosterkirche St. Trinitatis, die mit ihren zwei Kirchtürmen die Stadt überragt. Vor der Kirche fand eine Theater-Probe statt....Pfingsten finden dort die Fontane-Festspiele statt....war schon mal interessant (und sie haben noch viel zu tun!!!).
Das ehem. Dominikaner-Kloster ist jetzt eine evangelische Kirche, was man spätestens am ausgestellten Luther-Bild erkennen kann.
Eine schöne Kirche....die Spendenbox, die gleich am Eingang steht, hat mich als erstes fasziniert: Aus Metall ist die Kirche nachgebaut und sieht toll aus.
In der Kirche ist eine Ausstellung....Fotos von Bäumen...ja, so ähnliche Fotos hab ich auch schon gemacht, aber mich hat eines gestört: Die Bilder waren eher lieblos in einen Rahmen gepackt....von Eingang auf die Fotos schauend, spiegelte sich das Licht darin und man konnte deutlich Knicke und Wölbungen der Fotos erkennen. Weiß nicht, wenn ich meine Bilder mal ausstelle, dann werde ich darauf achten, dass diese auch in dem Rahmen gut zur Geltung kommen....fand es schade, dass die Fotos so schlecht behandelt werden.
Die Kirche ist insgesamt doch sehr klassisch gebaut....hat mir gefallen.

Nach der Kirche sind wir in die Stadt hinein....alles wirkte sehr verlassen....von Berlin bin ich anderes gewöhnt...zwischen wunderschön hergerichteten Häusern stehen die halb zerfallenen und irgendwie stimmte mich das etwas traurig. Es zeigt die Gegensätze....

Wir erreichen mit unserem Spaziergang zuerst die Post, die wahrscheinlich schon immer die Post war - dieses Gebäude steht da sicher auch schon einige Jahrzehnte! Danach folgte das "Alte Gymnasium", welches einen kleinen Glockenturm hat und davor befindet sich ein Wasserspiel.
Der Platz davor wirkt auf mich wie ein riesiger Marktplatz....ist er vielleicht ja auch....wenig los....die "Dorfjugend" sitzt auf einer Bank. Ich hab mir versucht die Stadt unter der Woche vorzustellen und wie dann die Menschen durch die Straßen wuseln....
Gegenüber dem "Alten Gymnasium" steht die Statue von bzw. für Friedrich Wilhelm II., die ihm aus Dank gewidmet wurde.

Unweit davon ist das Heimatmuseum....wir sind neugierig und gehen hinein. Eine Museumsmitarbeiterin erklärt uns, dass das Haus komplett saniert und restauriert wurde....ein Neubau ergänzt das Haus, ist jetzt barrierefrei und hat einen Fahrstuhl, barrierefreie Toiletten und wenn es wieder richtig eröffnet wird, gibt es auch eine Art Cafeteria. Das Museum ist eigentlich geschlossen, die richtige Wiedereröffnung wird im Oktober 2014 stattfinden. Uns wird erklärt, dass in den Räumen Fotos gezeigt werden, bevor bzw. während der Restauration.Wir dürfen uns nahezu frei im Haus bewegen, was ich schon sehr bemerkenswert empfand.
Die Räume sind mit unterschiedlichen Wandfarben gestrichen....jeder Raum hat seine eigene Farbe und damit Gestalt....die Fotos zeigen deutlich, wie es mal ausgesehen hat und live sieht man die starke Veränderung. Im Keller haben sie einen Teil unberührt belassen und irgendwie hat der mir besser gefallen, als der restaurierte....aber gerade der Keller hatte etwas Spannendes....die Räume sind verschachtelt, haben viele Ecken und Nieschen....war schon irre.
Bin gespannt darauf, wie das Museum fertig aussieht...wir haben uns vorgenommen, wieder zu kommen, um genau das heraus zu finden.

Auf dem Weg zurück zum Auto sind uns erneut die verlassenen Straßen und auch Häuser aufgefallen....gewissermaßen skurril.

Bevor wir uns auf den Heimweg machten, mussten wir in einem Café einen Cappuccino und ein Eis essen 😀 Ja, das war ein guter Abschluss....dem Kellner merkte man die Freude an seiner Arbeit sehr an, er war sehr freundlich und aufmerksam....das Eis schmeckte auch (ich liebe Walnuss-Eis!) und am Cappuccino konnte ich auch nichts einwenden....ach, das Leben kann so schön sein!

Gegen 16.30 Uhr verließen wir Neuruppin....denke schon, dass wir noch mal hinfahren werden....war wirklich ein toller Ausflug. Manchmal ist die spontane Änderung eines Plans eine wundervolle Sache 🙂

Die Heimfahrt ging über die Bundes- und Landstraßen....gemütlich und hetzen lassen wir uns sowie so nicht.....gegen 18 Uhr waren wir zurück.

Solche Ausflüge genieße ich sehr.....bin nur nicht ganz so oft so spontan....daran muss ich weiter arbeiten.

Links zum Ort

Fontanestadt Neuruppin - Homepage
Wikipedia - Neuruppin
Wikipedia - Klosterkirche St. Trinitatis
Fontane Festspiele - Homepage
Fahrgastschifffahrt Neuruppin - Homepage

Bildergalerie

Orientierung

Adressen des Ausflugsortes

Neuruppiner See
An der Seepromenade
16816 Neuruppin

Erreichbarkeit ÖPNV

Deutsche Bahn

Bitte die Reiseauskunft der Deutschen Bahn beachten!

Station "Neuruppin West"

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