Fotografie-Workshop „Grundlagen“ von und mit Benjamin Jaworskyj

Workshop-Time! Ich habe mich schon sehr gefreut, den zweiten Workshop mit Ben zu besuchen

Grundlagen? Ich höre es schon: "Aber Du bist doch Fotografin, da musst Du doch schon alles wissen!" Nein, ich weiß nicht alles und so ein Workshop bietet eine gute Grundlage (huch 😉 ), um neben den Informationen und Inspirationen auch Kontakte zu knüpfen.
Außer mir sind ja 8 weitere Personen zum Workshop gekom-men....und alles super nette Leute!
Wir haben alle ein Thema, worüber wir sofort reden können: Die Fotografie! Schon lässt sich viel lockerer quatschen...z.B. "Welche Kamera hast Du denn?"....schwups....Gespräch gestartet.

Treffpunkt war dieses Mal der Tiergarten…nahe der Stauffenbergstraße….ja, da wurde eine Erinnerung wach gerüttelt, denn in der Straße hab ich mal gearbeitet (der eine oder andere Leser wird wissen, was ich meine). Ich war dieses Mal etwas früher dort….einige andere auch, aber zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass sie zum Workshop gehören.

Ben und Rico kamen kurz vor Beginn (16 Uhr) und die Begrüßung war wieder sehr herzlich….Ben war in Flip-Flops gekommen, war eben warm! Namensschildchen wurden ausgeteilt und Ben fragte jeden, wie lange er/sie fotografiert und welche Kamera er/sie hat….nur mich hat er nicht gefragt….hmmm….führte dazu, dass mich einige Teilnehmer nach und nach selbst fragten…für mich ok 😉

Start war also im Tiergarten…zuerst wurden wir in Gruppen eingeteilt, passend zur verwendeten Kamera (wobei dieses Mal Canon am meisten vertreten war). Jetzt gab es die erste Aufgabe: Suche 3 Motive und bilde diese in 3 verschiedenen Varianten ab a) mit Blende 5,6 b) passend zum verwendeten Objektiv die kleinste sowie c) die größte Blende, die möglich ist. Ja, wer jetzt denkt: "Ist doch easy!", der hat nicht ganz nachgedacht….erstmal gilt es sich bewusst zu machen, welches Objektiv man drauf hat und dann…was war jetzt noch mal die kleinste bzw. die größte Blende?? Mein Partner und ich haben uns da zunächst drüber ausgetauscht…das war auch gut so! Tja, und dann ist es mir beim Einstellen häufig passiert, dass ich an der Kamera den falschen Regler gedreht hab und schon war die Blende verstellt…aufgefallen ist mir das zuerst gar nicht….erst als wir beim zweiten Motiv waren und Ben sich die ersten Ergebnisse angeschaut hat….grummel….ja, das erste Motiv habe ich nach dem zweiten wiederholt…so ist das.

Die erste Aufgabe war schon spannend und auch die Auswahl, was wir als Motiv wählen, haben wir zwei immer abgesprochen….und wir waren uns schnell einig, das hat mir gefallen. Unsere Motive: 1. das Königin-Luise-Denkmal, 2. eine Rhododendron-Blüte und 3. ein Liebes-Schloss an einer kleinen Brücke. Persönlich denk ich, mir ist das 3. Motiv am besten gelungen.

Vom Tiergarten sind wir zum nahegelegenen Potsdamer Platz gelaufen…hier ging es um die Architektur-Fotografie. Das "Spielen" mit der Spiegelung der Fassaden und dem Himmel war sehr faszinierend…die Linien und Formen….hier bot es sich auch an, die Einstellungen zum Weißabgleich zu verändern…es kamen interessante Bilder bei heraus! Der eine oder andere probierte es mit Schwarz-Weiß und das hatte auch so seinen Reiz. Übrigens, eines dieser Experimente ist das Header-Bild meines Blogs…

Unser nächstes Ziel war das Holocaust-Denkmal….die Stelen sind gute Objekte zum Experimentieren. Da ist zum einen die Stele an sich und dann die Aneinanderreihung…keine gleicht dem anderen….die Sonne lieferte zudem noch ein tolles Licht-Schatten-Spiel. Ich sag mal, wir hatten richtig unseren Spaß und hier wurden schon mal die Handbücher gezückt (allerdings nachdem wir bestimmt ne Ewigkeit in der Kamera die Lösung gesucht hatten!!).

Nach dem Stelen-Feld haben wir eine Pause gemacht…3 Stunden waren wir nun schon unterwegs gewesen und keinem kam es so vor. Neben der Stärkung gab diese Pause uns die Möglichkeit, uns weiter auszutauschen.

Wie sagte Ben so schön? "Die langen Strecken kommen erst noch!" Das war seine Reaktion auf die Bemerkung, dass wir uns ja eigentlich noch gar nicht so weit vom Startpunkt bewegt haben….stimmt, die längeren Wegstrecken folgten.

Es ging weiter zum Gendarmenmarkt….hier widmeten wir uns der Portrait-Fotografie. Ben erklärte, wie er es macht und worauf man so achten sollte….der Einsatz eines Reflektors wurde erläutert z. B. welche Auswirkung die goldene, weiße oder sogar schwarze Seite hat. Wir Teilnehmer wurden nun zu Models….wir haben uns abwechselnd fotografiert und damit auch die andere Seite kennen lernen dürfen. Selten ist der Fotograf ja das Model…war mir teilweise unangenehm, aber zeigte auch, wie anstrengend dies sein kann….und wir haben ja nur so ein paar Posen gemacht. Die Schwierigkeit für mich war, die Augen in dem Moment offen zu haben, als abgedrückt wurde….vielleicht lag es auch daran, dass 3 Leute gleichzeitig ihre Kameras auf mich richteten?!?!

Wir sind wieder los….dieses Mal zur Mühlendammbrücke, von der wir einen Blick auf den Berliner Dom hatten….die Sonne ging gerade unter und bot einen wunderbaren Abendhimmel. Wir bauten uns also auf der Brücke auf…sehr zur Irritation einiger Passanten, die uns teilweise sogar ansprachen und fragten….alle hatten ihre Stative und fleißig wurde in Richtung Dom geknipst. Hier begannen die Ansprüche zu steigen….die Blaue Stunde zu fotografieren, ist doch etwas schwieriger. Welche Blende? Welche Belichtungszeit? Meine Experimente gingen vom Herausfinden der "Normal"-Belichtung, über die Langzeitbelichtung und schließlich zum HDR (hatte ich ja im Lost Places-Workshop gelernt! -> siehe Bericht vom Lost-Places-Workshop). Die Zeit verflog regelrecht….wir tauschten uns aus: "Welche Einstellung hast du denn jetzt genommen?" und schauten unsere Ergebnisse auf den Displays an….das hat mir sehr viel Spaß gemacht und so wie ich das mitbekommen habe, den anderen auch. Ben schaute ja auch immer wieder mit aufs Display und gab Tipps, wie man vielleicht noch andere Effekte erzielen kann…

Wir hatten schon ein wenig überzogen….22 Uhr sollte Schluss sein, aber wir hatten unseren letzten Programmpunkt noch gar nicht erreicht…die Jannowitzbrücke. Der Weg von der Mühlendammbrücke dorthin war ein lockerer Spaziergang….auf der Brücke haben wir uns dann wieder positioniert. Das Panorama, was uns hier bot, war (dank des Wetters) traumhaft….der Fernsehturm, das Wasser und vorbeifahrende Schiffe….ja, das hatte was! Langzeitbelichtung war das Thema und erneut experimentieren angesagt 🙂

Seufz….das Ende des Workshops kam immer näher und es war schon zu merken, dass das keiner so richtig wollte.

Ich möchte Rico nicht unerwähnt lassen, der uns nicht nur ständig fotografierte und damit den Workshop dokumentierte, sondern an jedem Ort, wo wir etwas länger waren, auf unsere Sachen aufpasste….ok, Bens Sachen hat er zusätzlich geschleppt 😉

Die (heißersehnten) Urkunden bekamen wir letztlich….und Ben fragte, was uns am besten gefallen hat. Im Nachhinein….bis auf die Portrait-Fotografie hatte mir alles gefallen, aber als Ben fragte, fielen mir nur die letzten zwei Stationen ein. Das ist ja der Klassiker, die Erinnerungen - gerade bei so vielen Eindrücken - an die letzten Stationen waren noch frisch, frischer als die am Potsdamer Platz. @Ben…deswegen hat auch kaum einer die Architektur-Fotografie als Favorit genannt!

Mein Fazit….um 16 Uhr ging's los und gegen 23 Uhr trennten wir uns….was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, kann ich gar nicht meckern (spiele da auf einige Bemerkungen bei Facebook an, die der Meinung waren, für so einen Workshop dürfte Ben nicht "so viel" nehmen)….gute persönliche Betreuung von Ben und Rico, tolle Gruppe, viel Spaß und viele Eindrücke….weniger hätte mich enttäuscht, aber alles lief super.

Danke schön für diesen tollen Workshop….gerne wieder 🙂

Links

lernvonben.de - Homepage
Wikipedia - Fotografische Blende

Bildergalerie

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