Fotografie-Workshop „Lost Places“ von und mit Benjamin Jaworskyj

Ostersamstag und ich mache mich auf den Weg nach Elstal

Elstal? Muss man das kennen? Ne, muss man nicht, sollte man aber 😉

Ok, einige werden Elstal bei Berlin nur deswegen kennen, weil es da den Outlet-Shopping-Center gibt, aber hey....früher, da war dort mal was anderes....1936, als die Olympischen Spiele in Berlin stattfanden, wurden die Sportler im Olympischen Dorf in Elstal untergebracht.

Eine Fahrt mit der Regionalbahn bis Elstal und ca. 20 Minuten Fußweg....schon bin ich da....und die letzte der Gruppe....egal....ich bin rechtzeitig!

Die Begrüßung von Ben ist herzlich....ich bekomme einen Namensaufkleber und jeder muss eine Erklärung unterschreiben. Nun, warum? Wir begeben uns auf gefährliches Gebiet! Nein, es geht nicht um noch im Boden liegende Bomben oder so....wir werden in Gebäude hineingehen, in die sonst kein normaler Besucher kommt und da alles etwas baufällig ist, wird ein Haftungsausschluss unterschrieben....wir sind eben selbst verantwortlich!

Es ist warm....wärmer als gedacht....ich ziehe meine Jacke aus und binde sie mir um die Hüfte.

Wir werden in kleine Gruppen eingeteilt....jeder bekommt einen "Buddy" und für den gesamten Workshop werden wir gegenseitig auf uns aufpassen und vielleicht sogar Tipps geben. Ben achtet bei den Gruppen darauf, dass wir Kameras von derselben Firma haben. Verständlich, denn die Kommunikation macht sich viel einfacher.

Jetzt geht es los....ein wenig Aufregung spüre ich, aber es ist auch viel Neugierde in mir und ich will....ja, ich will was lernen!!

Wir gehen als erstes ins Schwimmbad....neee, wir gehen nicht schwimmen 😉 Im Becken ist natürlich kein Wasser mehr drin....wir gehen in die erste Etage...von dort kann man aufs Becken schauen und hat einen guten Überblick. Ben erklärt hier, wie die Technik HDR (High Dynamic Range) funktioniert, was es bedeutet und welche Möglichkeiten man damit hat. Er zeigt anhand seiner Kamera, welche Einstellungen er macht und gibt auch Tipps.
Nun dürfen wir selbst ausprobieren....eine Gruppe bleibt im 1. Stock und die anderen gehen runter. Ich bin mit meinem "Buddy" zunächst im 1. Stock....wir suchen die Einstellungen und die richtige Position.
Ich gestehe, anfangs hat sich mir (trotz Erläuterung) nicht erschlossen, wofür ich HDR brauchen kann. Durch das Experimentieren kam nach und nach eine Ahnung.....
Wir sind letztlich auch runter....einige sind sogar ins Becken geklettert....normalerweise darf man da nicht hin, heute durften wir das. Ich hab es nicht gemacht, mir waren die Leitern zu unsicher.
Von meiner Position konnte ich auch ein paar interessante Fotos machen 😉

Vom Schwimmbad sind wir zum "Haus der Nationen"....das Beitragsbild ist dort entstanden. Hier waren wir auf verschiedenen Etagen unterwegs, somit boten sich auch unterschiedliche Möglichkeiten.....lange Gänge mit interessantem Lichteinfall.... große Räume mit Flügeltüren.... Treppenhäuser.... Speiseräume....
Immer wieder kam Ben vorbei, fragte nach und gab einem weitere Tipps....sei es zum Blickwinkel oder zur Technik selbst....ich fand das gut.

Nach dem "Haus der Nationen" sind wir quer übers Gelände....ein längerer Fußmarsch und auch dabei boten sich interessante Bilder....die Vorstellung, dass hier mal Sportler (später Russen) wohnten, lässt den derzeitigen Zustand mehr als skurril wirken. Am Zielort angekommen, machen wir zunächst eine Pause....jeder hat sich so sein Lunchpaket mitgebracht....es ist warm, sehr warm!

Pause ist vorbei....weiter! Wir gehen in ein zunächst unscheinbares Haus und als die Tür geöffnet wird, kommt uns ein kalter Wind aus dem Haus entgegen.....wirkt so, als wären wir die ersten nach 1936, die in dieses Haus reingehen werden! Uaah....irgendwie unheimlich 🙂
Dieses Gebäude hatte dann auch sehr heruntergekommene Räume zu bieten....
Ben erklärt, wie man hier mit dem Weißabgleich experimentieren kann und den Fotos eine bestimmte Stimmung verpassen kann....sehr aufschlussreich....hat wieder neue Impulse in meinem Hirn gesetzt! Es ist eng und daher stehen wir uns hier besonders oft im Weg, aber - und das ist während des gesamten Workshops so gewesen - jeder hilft sich auch gegenseitig....Objektive werden ausgeliehen, denn nicht jeder hat ein Fish-Eye-Objektiv....mit den Positionen wird gespielt (eben auch mal vom Boden aus fotografieren!)....die Einstellungen mit dem Weißabgleich werden gesucht und verändert....

Das "kühle" Haus verlassen wir wieder und gehen über Stock und Stein zu einem Haus, welches sehr nahe der B5 liegt....unscheinbar....wir werden vorgewarnt: "Da drinnen ist es stockduster!" Wer eine Taschenlampe dabei hat, ist gut dran, denn es war wirklich null Licht....von einem Moment zum anderen standen wir in kompletter Dunkelheit....und ganz ungefährlich war es auch nicht, in manchem Raum hatte ich den Eindruck, der Boden gibt nach....reichlich feucht war es auch.
Was wollten wir hier? Nun, es ging darum, per Langzeitbelichtung und einer Taschenlampe Fotos vom Raum aufzunehmen. Ich stand in einer Art Duschraum, zum Teil waren die Armaturen noch vorhanden und irgendwie wirke es so, als seien sie gerade noch benutzt worden.
Ben erklärte die Einstellungen und die Möglichkeiten....wir sollten experimentieren und das machten wir dann auch. Mit der Taschenlampe haben wir während der Langzeitbelichtung einzelne Gegenstände angestrahlt und den Effekt auf den Bildern sehen können. Ben hat sich dann schnell gedreht, während er angestrahlt wurde und auf dem Foto war er kaum zu erkennen. Eine Blume hat er mit der Taschenlampe "gemalt"...ich stand etwas seitlich, daher ist die Blume zwar zu sehen, aber diejenigen, die direkt vor ihm standen, hatten das bessere Bild 😉
Ich sag mal so, wir hatten alle unseren Spaß!

Letzte "Station" war die Sporthalle....in der Sporthalle sind Fotos und Plakate zu sehen, es steht auch ein Modell vom Olympischen Dorf mitten im Raum. Aber deswegen waren wir nicht hier....Ben zeigte uns am Computer, wie aus der Fotoreihe für ein HDR auch ein Foto wird und mit welchem Programm er arbeitet bzw. was die Photoshop-Funktion mit den Bildern macht.....sehr interessant!

Fazit....ein sehr lohnenswerter Workshop! Die Location selbst ist schon etwas Besonderes und die Erklärungen bzw. persönliche Betreuung von Ben (und Rico, seinem Assistenten) war wirklich toll. Ich habe viel mit nach Hause genommen....neue Impulse, neue Kenntnisse, neue Eindrücke und neue Bekanntschaften geschlossen.

In seinen YouTube-Videos kommt Ben sehr locker rüber, auch dort erklärt er die Dinge sehr einfach und verständlich....manchmal sind solche "Stars" real nicht ganz so locker, aber wenn ich etwas bestätigen kann, dann ist es das: Ben ist genau so locker und authentisch, wenn man ihm in der realen Welt begegnet.

Ich bin dankbar für diesen tollen Tag!!!

Links zum Ort

lernvonben.de - Homepage
DKB-Stiftung - Das Olympische Dorf von 1936
Wikipedia - Olympisches Dorf (Berlin)
Historia Elstal e. V. - Homepage

Bildergalerie

Bilder bei Facebook

Orientierung

Adresse des Ausflugsortes

Rosa-Luxemburg-Allee 70
14641 Wustermark / OT Elstal

Erreichbarkeit ÖPNV

Bus

Station "Elstal Olympisches Dorf, Wustermark"
662 (Havelpark, Dallgow-Döberitz <> Nauen Bahnhof)
663 (Elstal Bahnhof, Wustermark <> Elstal Designer-Outlet, Wustermark)

Deutsche Bahn

Bitte die Reiseauskunft der Deutschen Bahn beachten!

Station "Elstal"
Regionalbahn 4 (Ostdeutsche Eisenbahn GmbH) bzw.
13 (DB Regio, diese nur Mo-Fr)
-> Stendal - Rathenow - Berlin - Ludwigsfelde - Jüterbog
=> vom Bahnhof läuft man ca. 15-20 Minuten (ca. 2 km) oder erwischt den Bus 663

Auto

B5 Abfahrt "Olympisches Dorf"

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